Informationen

Über die Funktionslehre

Bild 1: normales Gelenk
Bild 2: geschädigtes Gelenk
Bild 3: Umbau der Kondylus (Kieferköpfchen)
Bild 4: schematische Darstellung der pathologischen Bewegung
Bild 5: schematische Übertragung in den Artikulator
Bild 6: störender verlängerter Zahn
Bild 7: Schliffacette am extrahierten Zahn

Die Kiefergelenkserkrankungen sind nach Karies und Zahnfleischentzündungen die häufigsten Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich. Kiefergelenkserkrankungen werden in der Fachsprache auch als „Craniomandibuläre Dysfunktionen“ bezeichnet. Die gebräuchliche Abkürzung ist CMD. Die Erkrankungen betreffen die Zähne, die Kaumuskulatur, die Kiefergelenke, Parodontien und mit diesen verbundene Strukturen wie Nerven, Ohren, Hals und des Kopfes. Als Ursachen kommen unter anderem Stress und parafunktionelle Ursachen wie Knirschen und Pressen in Betracht. Auch Gewohnheiten wie Lippenkauen oder Zungenpressen und Störungen im neurophysiologischen Zusammenspiel zwischen der Funktion der Zahnreihen, der Muskulatur und den Kiefergelenken können zu CMD beitragen. In den Anfängen der Funktionsdiagnostik bestand hinsichtlich der Entstehung von CMD eine Betrachtungs- und Handlungsweise, die von einem einfachen Ursache-Wirkungs-Prinzip ausging:

Störungen der Kaufläche = Parafunktion

Parafunktion = funktionelle Symptome und Erkrankungen durch hohe Fehlbelastungen des Kau-Systems.

Im Laufe der Zeit hat sich aber gezeigt, dass man mit dieser Vorgehensweise vielen Patienten nicht gerecht wurde und die Behandlung bei manchen Patienten erfolglos blieb. Es zeigte sich, dass neben okklusalen Störungen auch psychische und soziale Einflüsse eine Bedeutung in der Ätiologie der CMD besitzen. Dies bedeutet, dass der mit einem CMD-Patienten konfrontierte Zahnarzt bei Patienten, die unter nicht eindeutig diagnostizierten chronischen Symptomen leiden, nicht mehr als Alleinbehandler arbeiten kann, sondern frühzeitig andere Fachdisziplinen wie Schmerztherapeuten, Neurologen, HNO-Ärzte, Orthopäden und Physiotherapeuten aber auch Psychologen konsultieren sollte. Umgekehrt ist die Notwendigkeit der Überweisung an einen funktionsanalytisch tätigen Zahnarzt dann gegeben, wenn sich in der HNO-ärztlichen Untersuchung keine pathologischen Befunde ergeben. Im Vordergrund steht hierbei, ob durch eine Veränderung der Unterkieferlage eine Beeinflussung der HNO-Symptome möglich ist.

Im Laufe der Zeit hat sich aber gezeigt, dass man mit dieser Vorgehensweise vielen Patienten nicht gerecht wurde und die Behandlung bei manchen Patienten erfolglos blieb. Es zeigte sich, dass neben okklusalen Störungen auch psychische und soziale Einflüsse eine Bedeutung in der Ätiologie der CMD besitzen. Dies bedeutet, dass der mit einem CMD-Patienten konfrontierte Zahnarzt bei Patienten, die unter nicht eindeutig diagnostizierten chronischen Symptomen leiden, nicht mehr als Alleinbehandler arbeiten kann, sondern frühzeitig andere Fachdisziplinen wie Schmerztherapeuten, Neurologen, HNO-Ärzte, Orthopäden und Physiotherapeuten aber auch Psychologen konsultieren sollte. Umgekehrt ist die Notwendigkeit der Überweisung an einen funktionsanalytisch tätigen Zahnarzt dann gegeben, wenn sich in der HNO-ärztlichen Untersuchung keine pathologischen Befunde ergeben. Im Vordergrund steht hierbei, ob durch eine Veränderung der Unterkieferlage eine Beeinflussung der HNO-Symptome möglich ist.

Wie machen sich Funktionsstörungen bemerkbar?

  1. Muskelschmerzen
  2. Chronische Verspannungen
  3. Häufige Kopfschmerzen
  4. Knacken und Schmerzen der Kiefergelenke
  5. Eingeschränkte Beweglichkeit des Unterkiefers

Bild 1: limitierte Öffnung
Bild 2: limitierte Öffnung mit Abweichung

Funktioneller Kurzbefund
Dafür sollte eine orientierende Untersuchung hinsichtlich einer Schmerzhaftigkeit der Muskulatur und der Kiefergelenke, einer Limitation und Deviation bei Kieferöffnung sowie instabiler und gestörter Okklusionsverhältnisse erfolgen.

Klinische Funktionsanalyse
Als Orientierung dafür mag auch der Untersuchungsbogen der Arbeitsgemeinschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie in der DGZMK www.dgzmk.de gelten.


Download
Klinischer Funktionsstatus der Arbeitsgemeinschaft für Funktionslehre in der DGZMK

Anamnese – Schmerzlokalisation – Palpation – Okklusionsdiagnostik

Instrumentelle Diagnostik

Die instrumentelle Diagnostik gliedert sich in die Verfahren der instrumentellen Okklusionsdiagnostik, der instrumentellen Aufzeichnung der Kondylenposition und der Aufzeichnung der Kiefergelenkbewegung.

Am Anfang der zahnärztlichen Therapie steht in vielen Fällen die gezielte Behandlung mit sofort verfügbaren Aufbißbehelfen und speziell konstruierten Aufbißschienen. Diese erinnern an herausnehmbare, kieferorthopädischen Zahnklammern, bewegen aber die Zähne nicht an andere Positionen. Stattdessen stützen Schienen die Zähne in korrigierte Schlussbiss- und Gelenkposition so ab, dass die Kiefer wieder entspannt aufeinander ruhen können.

Als definitive funktionstherapeutische Maßnahmen werden das Einschleifen der Okklusion und die restaurative Versorgung zur Wiederherstellung harmonischer Zahnkontaktbeziehung angesehen Diese Maßnahmen sollten aber erst dann durchgeführt werden, wenn nach entsprechender Vorbehandlung stabile Verhältnisse, z. B. mit einer Schiene, hergestellt wurden. Die okklusale Korrektur (Einschleifen) natürlicher Zähne sollte nur dann vorgenommen werden, wenn Störungen sowohl klinisch als auch in der instrumentellen Okklusionsdiagnostik eindeutig verifiziert wurden.

Häufig bietet sich eine kieferorthopädische Lösung als Behandlungsmöglichkeit an.

  1. Kieferorthopädische Behandlung mit Bißöffnung und Verlagerung des Unterkiefers
  1. Kieferorthopädie bei Myopathie durch Zahnfehlstellung
  1. Kieferorthopädie bei Myopathie durch Zahnfehlstellung

Bei bestehenden Zahnhartsubstanzdefekten hingegen bietet sich eine restaurative Behandlung an, mit dem Ziel, die Fehlstellung auszugleichen. Dazu wird in der ersten Behandlungsphase provisorisch Beschliffen und die Stellungskorrektur mittels auf Modellen korrigierter Langzeitprovisorien ausgeglichen.

  1. Stellungsanomalie auf Modellen korrigiert
  1. Stellungsanomalie auf Modellen korrigiert, Provisorien im Mund
  1. Stellungsanomalie auf Modellen korrigiert, Provisorien im Mund dazu eingegliederter Zahnersatz

Nach mehrmonatiger Beschwerdefreiheit und wenigen Zwischenkontrollen kann dann die Bisslage auf dauerhafte funktionelle Restaurationen übertragen werden.

  1. Funktionelle Okklusion
  1. Ersatz des Substanzverlustes am Eckzahn zum Erzielen einer funktionellen Okklusion